Junge Menschen betrachteten das eigene Auto lange Zeit als ein Auslaufmodell – doch die Realität ist anders. Langzeitdaten von YouGov Profiles belegen: Der Anteil junger Menschen in Deutschland, die heute einen PKW besitzen, ist im Vergleich zu vor fünf Jahren gestiegen. Zudem erwerben sie ihn vermehrt neu anstatt gebraucht. Für Deutsche bleibt das eigene Auto eine Priorität: Der in Deutschland hauptsächlich genutzte PKW ist in 92 Prozent der Fälle ein Privatfahrzeug und nur in 5 Prozent ein Dienstfahrzeug.
Die Zahl der jungen Menschen, die heute ein Auto haben, steigt. Langzeitdaten des Zielgruppenanalysetools YouGov Profiles belegen dies. Von August 2022 bis August 2026 stieg der Anteil der PKW-Besitzer in Deutschland (jeweils im 52-Wochen-Durchschnitt) von 65 auf 69 Prozent. Der Zuwachs wird maßgeblich von den 18- bis 29-Jährigen vorangetrieben – ihr Anteil erhöhte sich im beobachteten Zeitraum von 49 auf 54 Prozent. Der Anteil der PKW-Besitzer in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen ist von 68 auf 72 Prozent gestiegen. Die Werte in den älteren Kohorten blieben nahezu konstant.
Der steigende Autobesitz der jüngeren Generationen korreliert mit einem bemerkenswerten Trend: Im Vergleich zu vor vier Jahren erwerben junge Menschen heute häufiger ein neues Auto. Im August 2022 berichteten 25 Prozent der 18- bis 29-jährigen PKW-Besitzer, ihr meistbenutztes Auto neu gekauft zu haben, während 72 Prozent es gebraucht erworben hatten. Bis August 2026 war eine spürbare Verschiebung dieses Verhältnisses zu beobachten: Der Anteil der Neuwagenbesitzer unter den jüngsten PKW-Besitzern erhöhte sich auf 34 Prozent, während der Anteil der Gebrauchtwagenbesitzer auf 62 Prozent zurückging.
Auch bei den 30- bis 44-Jährigen ist eine vergleichbare, wenn auch weniger markante Entwicklung zu beobachten: Im August 2022 sagten etwas über ein Drittel (35 Prozent) der PKW-Besitzer, sie hätten ihr Auto neu gekauft, während der Anteil im August 2026 bei 41 Prozent lag. Die Werte in den älteren Altersgruppen blieben hingegen konstant. Insgesamt gesehen sind auf den Straßen Deutschlands nach wie vor überwiegend Gebrauchtwagen anzutreffen. Über 50% der PKW-Besitzer (56 Prozent) haben ihr hauptsächlich genutztes Auto gebraucht erworben, 42 % entschieden sich für einen Neuwagen. Das Verhältnis verschiebt sich jedoch zugunsten des Neuwagens, bedingt durch die Entwicklung des Kaufverhaltens der jüngeren Generationen in den letzten Jahren: Im August 2022 lag der Anteil der Gebrauchtwagenbesitzer unter den PKW-Besitzern in Deutschland insgesamt noch bei 60 Prozent, während 39 Prozent einen Neuwagen haben.
Im Hinblick auf die Antriebsart wird eine schrittweise Diversifizierung deutlich. Auch heute ist der Benziner mit Abstand die verbreitetste Antriebsart: Rund 70 Prozent der PKW-Besitzer geben derzeit an, ein benzinbetriebenes Fahrzeug zu besitzen – dieser Anteil ist derselbe wie 2022. Die Situation sieht bei Diesel-, Elektro- und Hybridantrieben jedoch anders aus: Der Anteil der PKW-Besitzer, die ein Dieselfahrzeug besitzen, ist im Zeitraum von August 2022 bis 2026 von 22 auf 18 Prozent gesunken. Die Anteile von Elektro- und Hybridfahrzeugen haben sich dagegen vergrößert. Der Anteil der Elektroauto-Besitzer hat sich von 2 auf 5 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anteil von Hybridfahrzeugen unter den PKW-Besitzern stieg im Vergleich zum vor vier Jahren betrachteten Zeitraum von 3 auf 5 Prozent an.
Zusätzlich zum Auto hat sich in deutschen Garagen ein weiteres Fahrzeug etabliert: Mit einem Anteil von 9 Prozent ist das E-Bike bzw. Das Pedelec ist heute das zweithäufigste Fahrzeug, das die Deutschen besitzen. Erst danach kommen Motorrad (5 Prozent) und Motorroller bzw. Mofa (3 Prozent). Es wird zugleich deutlich: motorisierte Mobilität ist nicht gegeben. Etwas weniger als 25 % der Deutschen (23 Prozent) haben kein motorisiertes Fahrzeug.


