25% der Internetnutzer fühlen sich von KI besser verstanden als von ihren Mitmenschen

Mehr als die Hälfte der deutschen Nutzer im Internet benutzen KI-Bots nach eigenen Angaben für ihre persönlichen Themen, also alle Anliegen, die das unmittelbare Privatleben betreffen.. Das sind z.B. Probleme zwischenmenschlicher Art, die Lösung von Konflikten oder Beratungs- sowie Entscheidungshilfen. Bei jüngeren Nutzern, also allen ab 18 bis 34 Jahre, sind es sogar mehr als 80%, die KI-Bots entsprechend verwenden.

Das sind die Ergebnisse einer Befragung von Ipsos zusammen mit der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BMK) in Hamburg. Demnach fühlen sich sogar mehr als 30% der Nutzer wohl dabei, ihre persönlichen Themen und Probleme mit einer KI zu teilen.

In der Befragung geben 27% der User außerdem an, dass sie die KI „besser versteht“ als die Menschen in ihrem Umfeld. Diese Aussage wird aber wiederum von der Hälfte der Befragten abgelehnt. Zudem sehen 21% der Nutzer die KI wie einen realen Freund oder eine reale Freundin. Auffallend hierbei: Zwar sind wieder die Jüngeren der Antreiber, aber vor allem männliche Benutzer bauen eine engere Verbindung zu einem KI-Bot auf. Hier sind es 36% der Nutzer. Bei Benutzerinnen sind es lediglich 28 Prozent, die das so sehen. Aber auch diese Ansicht wird von der deutlichen Mehrheit, nämlich 62%, abgelehnt. Es ist also keineswegs so, dass die User automatisch einen KI-Bot als gleichwertig zu einem realen Freund oder einen echten Freundin betrachten.

Nach wie vor wird die Künstliche Intelligenz also eher von der Mehrheit der Nutzer als sinnvolle Unterstützung gesehen, aber auch nicht mehr. 53% sehen KI als praktisches Hilfsmittel mit Ratgeberfunktion. Für 46% ist es eher eine preiswerte Möglichkeit zu den üblichen Angeboten zur Beratung. Für fast 60% der jüngeren Nutzer ist diese Beratungsleistung sogar das wichtigste an einem KI-Bot, bei den älteren Benutzern (55 bis 75 Jahre alt) sehen das 44% ähnlich.

Die Bereiche, für die KI-Bots als Beratungsinstrument verwenden werden, sind demnach auch vielfältiger Natur: 45 Prozent lassen sich zur körperlichen Gesundheit beraten, 39 Prozent bei Rechtsfragen, 36 Prozent zu Ernährungsthemen, 34 Prozent hinsichtlich der Finanzen sowie 30 Prozent wenn es um die psychische Gesundheit geht. Bei den jüngeren Benutzern sind es hingegen mehr als die Hälfte, die KI-Bots für Gesundheitsthemen (54 Prozent) und Finanzen (52 Prozent). Ernährungsthemen kommen hier erst auf dem dritten Platz mit 49 Prozent der Nutzer und erst danach ist es die psychische Gesundheit, mit 41 Prozent.

KI-Bots weisen aus der Perspektive der Nutzer allerdings auch negative Aspekte auf. Vier von zehn Menschen haben Angst, dass die zunehmende Verwendung von KI menschliche Interaktionen ersetzt (41 Prozent). Ähnlich viele (44 Prozent) haben Bedenken bezüglich der Verarbeitung ihrer Daten. Ein Viertel hat die Befürchtung, durch die Nutzung von KI-Bots nicht mehr eigenständig denken zu können (27 Prozent).

Diese Angst ist bei höher gebildeten Personen stärker ausgeprägt (31 Prozent). 47 Prozent der Nutzer kontrollieren die KI-generierten Antworten häufig oder immer, 35 Prozent tun dies manchmal und 18 Prozent selten oder nie. Jüngere Menschen überprüfen deutlich häufiger als ältere (Alter 18-35 Jahre: 53 Prozent | Alter 55 bis 75 Jahre: 36 Prozent). Die häufigste Verifizierungsquelle ist dabei eine Onlinerecherche (71 Prozent).

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