Schon gewusst? So werden wir im Supermarkt beeinflusst.

Zuerst kommen Obst und Gemüse, dann geht es zu Frühstücksprodukten, am Ende die Milchprodukte. Die meisten Supermärkte in Deutschland sind nach diesem Muster aufgebaut. Diese Anordnung ist gut durchdacht und Absicht. Um das näher zu erforschen hat die Uni Bonn einen Testsupermarkt gebaut. Dieser Supermarkt ist der erste seiner Art an einer deutschen Universität.

Also direkt am Eingang Gemüse sowie Obst: Denn die Kunden sollen sofort Qualität bemerken und selbst wahrnehmen können. Denn die üblichen verpackten Produkte werden in der Regel gleich gut oder gleich schlecht wahrgenommen, egal in welchem Supermarkt man ist. Auch die quergestellten Regale sind Absicht: Kunden sollen anhalten müssen und auch mehr Zeit damit verbringen, die Ware hier zu „begutachten“. Dadurch sollen sie das Geschäft generell frischer wahrnehmen. Ebenso haben die geneigt aufgestellten Regale einen Sinn: Der Kunde soll das Sortiment einfach überblicken können 

Auf Obst und Gemüse folgen oftmals die Frühstücksprodukte. Konfitüre, Kaffee, Cornflakes oder Müsli sowie Brot und Aufbackbrötchen. Denn hier läuft man beim Einkauf täglich vorbei und findet sicher immer etwas, dass man am nächsten Morgen essen möchte.

Auffällig in den meisten neueren Supermärkten: Hohe Regale, die einer Wand gleichen, sind heute kaum noch vorhanden. Die Supermärkte wollen ein gutes Einkaufserlebnis schaffen. Wer ständig nach seinem gewünschten Produkt fragen muss, weil er selbst nicht ran kommt, kommt nicht wieder. Somit heute entscheidend: Der Aufbau von Supermärkten hat eher den Zweck, dass der Kunde wiederkommt, nicht möglichst viel Ware zu präsentieren.

Anschließend die Klassiker: Nudeln, Soßen, Fertigprodukte, Dosen – alles Produkte, die jeder mal braucht. Milck und Käse dann am Ende in einer neuen Kühltheke. Denn jeder kauft hier irgendetwas und muss somit an allen Produktgruppen vorbei. Dadurch nimmt jeder Kunde automatisch das gesamte Sortiment an Produkten wahr, ob er will oder nicht.

Auch auffällig: Die sogenannte Impulsware an den Kassen oder kurz davor. Kleinkram, separate Schokoladenriegel, aber auch Kaugummi und klein verpackte Bonbonvarianten. Außerdem Alkohol und Zigaretten, je nach Supermarkt in breiter Auswahl.

Hier sind nicht nur niederen Instinkte angesprochen, die einen Kunden impulsiv etwas „leckeres“ kaufen lassen, sondern die Margen sind bei klein oder einzeln verpackten Produkten auch deutlich höher. Der Supermarkt macht also bei kleiner Verkaufsfläche rund um die Kassen einen höheren Gewinn am einzelnen Produkt.

Tipps vom Supermarkt-Profi um beim Einkauf die Tricks zu umgehen:

  • Einfach eine Liste schreiben. Wer seinen Einkauf plant, bekämpft impulsive Einkäufe
  • Auf keinen Fall mit Hunger einkaufen gehen. Wer mit vollem Bauch in den Supermarkt geht, lässt sich schwerer von ungewollten Produkten ablenken.
  • Nicht nur Preisschilder, sondern den Grundpreis vergleichen. Dieser muss auf jedem Preisschild stehen und vergleicht Mengen. So kann man Produkte mit unterschiedlichem Gewicht oder abweichender Füllmenge besser vergleichen.
  • Nach oben schauen oder bücken. Günstigere Varianten eines Produkten sind oft ganz oben oder ganzen unten im Regal.
  • Nach links schauen. Da die meisten Menschen mit rechts ins Regal greifen, stehen preiswertere Alternativen oft links vom Einkaufenden.

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