Mehr als 20 US-Bundesstaaten haben gegen Facebook geklagt und verlangen eine Strafzahlung in Höhe bis zu 1.4 Billionen US-Dollar. Vor Gericht ging es hierbei im Detail um die Endlos-Scroll-Funktion von Facebook, die ständigen Benachrichtigungen an User und das Hervorheben von „Gefällt mir“-Reaktionen. Also diesmal ging es nicht um die Haftung für Inhalte, sondern um die generelle Konzeption der Sozialen Netzwerke.
Nun hat der Facebook-Mutterkonzern Meta einen Vergleich mit den klagenden Bundesstaaten abgeschlossen. Hierbei zahlt Meta fast 17 Milliarden US-Dollar an diese Bundesstaaten. Außerdem geht Meta die Verpflichtung ein, in den USA landesweit maßgebliche Änderungen am Algorithmus vorzunehmen. Hierzu zählen z.B. tägliche Zeitbudgets für Jugendliche, Zugangssperren in der Nacht und das Ausblenden der Zahlen von Likes bzw. anderer Reaktionen.
Etwas besser lief es für TikTok. Hier hat der TikTok-Dachkonzern ByteDance eine Klage der US-Regierung über das Sammeln von Daten junger bzw. jugendlicher Nutzer beilegen können und zahlt lediglich 400 Mio. US-Dollar an die USA.
Wann wird denn demnach Social Media zu Suchtverhalten? Diese Frage scheint juristisch erstmal geklärt zu sein, aber aus Sicht der Zahlen ist sie sehr komplex und die Antwort schwierig einzuordnen. Sie kann also nicht einfach mittels einer Statistik beantwortet werden. Denn detaillierte Zahlen gibt es öffentlich kaum, zumindest wenn es um die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen geht. Denn die offiziellen Regierungsbedingungen, z.B. Mindestalter 13 Jahre bei Instagram sowie Facebook, werden vielfach umgangen oder ignoriert.
Zusätzlich sind die Unterschiede zwischen den Ländern enorm. Zwar geben 88 Prozent der regelmäßigen Online-User an, in Sozialen Netzwerken präsent zu sein. Der Durchschnitt liegt hier demnach bei 4.2 Tagen in der Woche. Bei Jugendlichen (aber Zahlen sind erst ab 16 Jahren vergleichbar) sind es hingegen 7 Stunden pro Woche, etwa eine Stunde am Tag. Das ist aber nur ein simpler Durchschnittswert, in einigen Regionen Afrikas, Asiens oder Südamerikas liegen die Zahlen z.B. was die reine Nutzungszeit angeht mehr als zweifach so hoch wie beispielsweise aktuell im deutschsprachigen Raum.


