Daten, KI, Automatisierung – die Branche der Marktforschung befindet sich in einem elementaren Wandel. Wie wirkt sich das zukünftig auf die Qualität der Marktforschung aus? Bringt es mehr Effizienz für Marktforscher oder ergibt sich daraus eine Schwächephase? Hier sind die aktuellen wichtigsten Entwicklungen für die moderne Marktforschung.
1) Zeitgewinn durch KI und automatisierte Routinevorgänge
Aus dem Alltag wissen wir: KI kann genau dort unterstützen, wo Routinevorhaben und einfache Aufgaben anfallen, die einen vor allem Zeit kosten. Verschiedene Tools können daher simple Aufgaben wie Kategorisierung, Datenerfassung oder Beantwortung einfacher Fragen übernehmen. Was bisher einen Mitarbeiter schnell mal den gesamten Arbeitstag kostet, kann zukünftig online nebenbei passieren.
Was bedeutet das für den Arbeitsalltag in der Marktforschung? Mitarbeiter haben Kapazitäten frei und können sich auf das konzentrieren, was der Kern unserer Arbeit ist: Ergebnisse detailiert einordnen, inhaltlichen Kontext herstellen sowie sich mit der kritischen Bewertung der Ergebnisse auseinandersetzen.
2) Menschliche Daten sind unersetzlich
Virtuelle Zielgruppen sind schnell erstellt und Verbindungen geknüpft. Dies kann aber keine echten Befragungen ersetzen. Sie funktionieren bei Vorbesprechungen für neue Testverfahren und die Ausgestaltung konkreter Kommunikationsideen. Und insbesondere bei kleinen Zielgruppen oder nicht so klar definierten Gruppen können sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Aber da sich entsprechende Daten nur auf vergangenes Verhalten beziehen und keine echte mögliche Zukunft generieren können, stoßen hierbei virtuelle Zielgruppen schnell an ihre Grenze. Insbesondere wenn es um Emotionen, klare Widersprüche oder einen besonderen kulturellen sowie ethnologischen Kontext geht, sind menschliche Daten unerlässlich.
Da sich menschliches Erleben (noch) nicht zuverlässig simulieren lässt, bleiben reale Befragungen der Kern der Arbeit vom Marktforschung. Weiterhin sind Mystery-Shopping-Projekte und direkte Kundenbefragungen für das Erforschen von Nuancen, kultureller Freiheiten und vor allem für das Unerwartete unerlässlich.
3) Trotz KI bleiben Testvorhaben nicht zu ersetzen
Kundenverwaltung, Datensammlung und synthetische Informationen durch KI nehmen an Bedeutung zu und sind natürlich eine kostengünstige Zuarbeit. Aber für Kunden ist die reale Service-Erfahrung wichtiger als je zuvor. Geschulte Testverfahren, die konkrete menschliche Ergebnisse liefern, können nicht durch eine Algorithmusauswertung ersetzt werden.


